Дорогі спілчани та учасники конференції,
публікуємо резолюцію XXXІ конференції Асоціації українських германістів "Долати кордони разом з німецькою мовою".
RESOLUTION der XXXI. UDGV-Tagung am 27.–38. September 2024
Am 27. und 28. September 2024 fand unter dem Titel „MIT DER DEUTSCHEN SPRACHE GEMEINSAM GRENZEN ÜBERWINDEN“ die XXXI. Jahrestagung des Ukrainischen Deutschlehrer- und Germanistenverbands statt. Etwa 100 Lehrkräfte und Wissenschaftler*innen aus der Ukraine sowie aus Deutschland, Österreich, Polen und Japan nahmen an dieser Veranstaltung teil und kamen zu folgenden Schlüssen.
Die seit Februar 2024 anhaltende russische Aggression gegen die Ukraine stellt das gesamte Land und seine Einwohner vor große Herausforderungen. Kein Wunder, dass auch ukrainische Germanist:innen und Deutschlehrer:innen gezwungen sind, unter neuen Bedingungen zu arbeiten. Gleichzeitig beobachten wir eine spannende Entwicklung: Die Ukraine, ihre Kultur, Sprache und Geschichte wird in verschiedenen Teilen der Welt plötzlich neu entdeckt. Auch in deutschsprachigen Ländern besteht ein reges Interesse daran. Das ist ein guter Anlass für eine Revision der vorhandenen deutschsprachigen Forschung zur ukrainischen Sprache, Literatur und Kultur, um einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge zu bekommen und bestehende Defizite festzustellen.
Viele unserer Landsleute mussten aufgrund des Krieges ihre Heimatorte verlassen und kehren nun in die Ukraine zurück. Während ihrer Zeit im deutschsprachigen Raum haben sie die deutsche Sprache gelernt – einige von ihnen haben sogar sehr gute Sprachkenntnisse erworben. Viele ukrainische Kinder haben Schulen besucht, in denen Deutsch unterrichtet wurde. In der Ukraine würden viele von ihnen gerne weiterhin Deutsch lernen. Es muss ein Programm konzipiert werden, das ihnen diese Möglichkeit bietet, besonders in der heutigen Zeit, in der Englisch konsequent alle anderen Fremdsprachen in der Ukraine ersetzt.
Wenn sich die Situation in der Ukraine zum Besseren entwickelt, der Krieg zu Ende ist und das Land die angestrebte EU-Mitgliedschaft erreicht, wird man viele Fachkräfte mit Deutschkenntnissen benötigen – in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Doch die Zahl der Deutschlernenden ist katastrophal rückläufig, insbesondere im Hinblick auf Deutsch als Fachsprache. Daher sollte es auch eine der Aufgaben des Verbands sein, langfristige Pläne zur Unterstützung der deutschen Sprache zu entwickeln. Eine Zusammenarbeit mit unseren Partnern vom DAAD, OeAD, der ZfA, den Botschaften von Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Ukraine sowie dem ukrainischen Bildungsministerium wäre in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung.
Die deutsche Sprache hat sich aktuell für viele Ukrainerinnen und Ukrainer als hervorragendes Mittel zur Überwindung zahlreicher Grenzen bewährt. Auch im schulischen und universitären Bereich haben wir gute Beispiele für gemeinsame deutsch-ukrainische Seminare, Vorlesungen sowie literarische und Übersetzungsprojekte. Konkrete Kontakte, ehrliche Gespräche und Freundschaften sollen weiterhin negative Stereotype abbauen und die Verbreitung russischer Propaganda verhindern.
Aus verständlichen Gründen ist derzeit ein vollwertiger internationaler Austausch von Studierenden und Lehrenden unmöglich, da für ausländische Kolleg:innen und Studierende offizielle Reisen in die Ukraine untersagt sind. Umso vielfältiger und interessanter sollten ukrainische literarische, sprachliche und kulturelle Angebote sein. Denn die Ukraine darf nicht nur mit dem Krieg oder Tschernobyl assoziiert werden. Das Bild der Ukraine sollte Unabhängigkeit, Freiheit, vielfältige Kultur, Innovation und Offenheit repräsentieren. In diesem Zusammenhang sollte der Verband neue Projekte und Fortbildungen initiieren, die spannende Formate zur Präsentation der Ukraine im Ausland bieten. Eine dichtere Vernetzung der Verbandsmitglieder, deutschsprachiger Partner und aller, die die deutsche Sprache in der Ukraine unterstützen möchten, ist ein weiteres wichtiges Ziel.
